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Goldmünzen aus der Römerzeit

18.03.2020

Mit hochinteressanten Ausführungen informierte der Archäologe Dr. Lars Saalow, Dezernent für urgeschichtliche Siedlungen im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, die zahlreichen Besucher des Jahresempfanges 2020 über einen sensationellen Goldmünzenfund bei Groß Labenz. Auf der Feldmark östlich des Wariner Ortsteiles hatte ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger mit dem Metalldetektor einen Goldschatz gefunden: sechs Münzen und vier kleinere Goldbarrenfragmente. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten die enorme Bedeutung dieses Fundes. Die Goldmünzen, als Solidi bezeichnet, zeigen Abbilder römischer Kaiser, die zwischen 394 bis 450 n.Chr. regierten. Darunter ist eine, die zuvor jenseits von Rhein und Donau noch nie gefunden wurde.

Dr. Saalow verwies auf den Wert der Münzen zur Zeit ihrer Prägung. Ein gut besoldeter Legionär hätte dafür vier volle Jahre dienen müssen. Das wirft zugleich spannende Fragen auf. Wer trug diesen Schatz? Warum hier, wo römische Siedlungen nicht nachgewiesen sind und von der Fachwelt für unwahrscheinlich gehalten werden? Und auch die hiesige Besiedlungssituation zu Zeiten der Völkerwanderung und der Zuzug der Slawen erscheinen durch den Fund anders bewertbar.

Viele dieser Fragen wird der angekündigte Beitrag in den Veröffentlichungen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege aufgreifen. Sein Erscheinen und sein Bezug werden hier im Anzeiger bekannt gemacht.                                                   Ch.v.Fircks 

 

 

Foto: Dr. L. Saalow zeigte auf der großen Schaufläche der Stadthalle Bilder der Funde