normale Schrift einschaltengroße Schrift einschaltensehr große Schrift einschalten
     +++  Ämter im Rathaus geschlossen!  +++     
     +++  Ämter im Rathaus geschlossen!  +++     
     +++  Neue Broschüre über 'Wariner Kirchen'  +++     
     +++  Kompostplaketten im Rathaus Warin erhältlich!  +++     
     +++  Öffnungszeiten im Testzentrum Warin!  +++     
     +++  Naturparkzentrum Warin wieder geöffnet  +++     
     +++  Verkauf einer Videokamera  +++     
     +++  Ausbau K 39 Lüdersdorf  +++     
     +++  Eine gelungene Maifeier in Warin  +++     

Pastorenpaar Kunert verlässt Warin

22.03.2022

Die Glocken der Wariner Stiftskirche beginnen zu läuten. Kurz darauf erklingt Orgelmusik, ein Zug Würdenträger angeführt vom Gemeinderat marschiert in die Kirche ein. Unter ihnen Propst Marcus Antonioli, viele Pastorenkollegen aus der Region und zuletzt die beiden, um die es geht: Dorothea und Andreas Kunert. Es ist, nach mehr als 30 Jahren, ihr Abschied. 
Am Sonntag traten die beiden Pastoren noch einmal vor den Altar der Wariner Stiftskirche und zelebrierten gemeinsam ihren Abschiedsgottesdienst, unterstützt von der stellvertretenden Gemeinderatsvorsitzenden und Prädikantin Simone Benke-Saathoff und Gemeinderatsmitgliedern. Noch einmal predigten sie über das, was ihnen am Herzen lag. Dabei waren Aufregung und Emotionen nicht zu übersehen. Noch einmal unterstützten beide die musikalische Begleitung des Gottesdienstes. Dorothea Kunert mit Flöte und Querflöte in der Kirchenband, Andreas Kunert an der Posaune im Posaunenchor. Dazu kamen hochkarätige Musiker wie Christof Munzlinger an der Orgel, unterstützt durch Susanne Höppner. Und der Neuklosteraner Kirchenchor unter Leitung von Martin Höppner schmetterte ein Segenslied von der Empore herab.
Zum Schluss trat Propst Marcus Antonioli vor den Altar: „Liebe Dorothea, lieber Andreas, oder besser liebe Kunis, wie ihr liebevoll genannt werdet, in diesem Jahr verabschieden wir euch nach mehr als 30 Jahren. Ihr habt unter schwierigen Bedingungen hier angefangen und seid euren Weg gegangen. Ich habe euch am 21. Oktober 1990 hier in dieser Kirche ordiniert und seitdem habt ihr mit eurem Engagement und eurer Verlässlichkeit vielen Menschen zur Seite gestanden“, so der Propst, der beide Pastoren nach seinem Rückblick von ihren Aufgaben in Warin entpflichtete. 
Eigentlich wollte er im Anschluss die neue Wariner Pastorin Sophie Kotte vorstellen, doch sie war wegen Corona verhindert. Auf alle Fälle soll sie im April ihren Dienst in der Kirchengemeinde Warin antreten. 
Nach dem feierlichen Gottesdienst luden Dorothea und Andreas Kunert ihre Gäste in die Wariner Stadthalle zu einem Empfang ein. Doch bis sie dort ankamen, war Geduld und Anstehen angesagt. Viele Menschen hatten das Bedürfnis, sich persönlich und mit Geschenken bei den beiden Pastoren zu verabschieden.
Das wiederholte sich anschließend in der Stadthalle, wo unter Regie des Kirchenältesten Joachim Czwalinna viele Gäste an das Rednerpult traten und den beiden dankten – darunter Warins Bürgermeister Björn Griese, Vertreter der Partnergemeinden, die extra aus Aicher in Bayern und Vlagtwedde und Onstwedde in den Niederlanden zur Verabschiedung gekommen waren, oder Mitglieder der Kirchengemeinden Bibow und Jesendorf.
Und die, die nicht ans Rednerpult traten, sagten es unter sich: „Es ist traurig, dass sie gehen. Trotzdem ist der Schritt wichtig, zumal sie ein Haus in Dassow haben“, so die ehrenamtliche Kirchenmitarbeiterin Silke Syring. „Ich habe 1996 angefangen und höre jetzt mit ihnen auf“, erzählte die 78-Jährige.
Auch Architekt Wolfgang Maatz vom Kirchenbauverein und Bauausschuss bedauerte den Weggang: „Ich hätte mir gewünscht, dass sie bis zum Ruhestand bleiben. Wir haben gut zusammengearbeitet. Kunerts haben 3,8 Millionen Euro in ihrer Zeit hier in der Gemeinde verbaut“, so der 70-Jährige. 
Aber auch musikalisch hatte das Pastorenpaar viel in Warin bewegt. „Dorothea und Andreas werden uns fehlen. Wir machen mit der Band weiter, aber Kuni fehlt uns als Techniker und für Thea, die unsere Gruppe zusammengehalten hatte, müssen wir aus unseren Reihen einen Ersatz finden. Mich persönlich haben sie übrigens in die Kirche gebracht. Deshalb ist ihr Weggang für mich schlimm“, erzählte Ines Untrieser, Musikerin bei den Irlichtern. 
Letztlich wechselten natürlich auch Geschenke die Besitzer: So erhielten die Pastoren beispielsweise von Simone Benke-Saathoff und dem Gemeinderat drei Bausteine der Stiftskirche als Erinnerung an die vielen angestoßenen Bauvorhaben. Somit begleitet ein Stück Warin das Pastorenpaar, wenn es nun nach Dassow in die neue Heimat zieht. 

Kerstin Erz
 

 

Bild zur Meldung: Pastorenpaar Kunert verlässt Warin