Im Vortrag werden die Bildungskriterien von Permafrost erläutert und Periglazial-Phänomene mit Beispielen aus Nordostdeutschland reich bebildert bzw. durch Modellgrafiken belegt.
Zur Zeit der letzten Vereisung im Weichselglazial zwischen 25-15.000 Jahren herrschten derartige kaltklimatische Bedingungen auch in Norddeutschland. Periglazial (zusammengesetzt aus altgriechisch περί peri „um … herum“ und lateinisch glacies „Eis“; wörtlich „um das Eis herum“ bezeichnet in der physischen Geographie und Geologie die landschaftsprägende Wirkung von Frost und die begleitenden geomorphologischen Prozesse, die mit Schnee, fließendem Wasser und Wind verbunden sind. Periglaziale Gebiete bilden sich unter sehr kalten Bedingungen mit starker Frostwirkung, die dauerhaft oder zeitweise gefrorenem Boden oder Permafrost ausgesetzt waren Die periglaziale Landschaft glich während der letzten Kaltphasen (Glaziale/Stadiale) der heutigen Tundra, einer vegetationsarmen Steppe, in der heftige Winde und Dauerfrostboden an der Erdoberfläche geherrscht haben.
Periglaziale Prozesse sind charakterisiert durch einen permanent oder jahreszeitlich gefrorenen Unterboden. Im Sommer wird der Oberboden aufgetaut (Auftauboden = active layer) und damit anfällig für Erosionsprozesse, wie z.B. Massenselbstbewegungen (Bodenfließen) und bei größerer Trockenheit auch für äolische Deflation (Ausblasung).
Dr. Andreas Börner konnte durch seine Tätigkeit in der geologischen Landeskartierung v.a. durch die intensiven Geländeaufnahmen an den großen Erdgaspipeline-Aufschlüssen viele Daten zu den o.g. Periglazialphänomenen kartieren und dokumentieren.